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SHOP-NEWS Eine Kundin und noch ganz neue Cross-Skaterin wollte sich mit meinem Vorschlag beschäftigen und nach einem speziellen Termin im Shop noch eine weitere Runde umdrehen. Da Sven eine Schwäche für lange Distanzen hat, habe ich 20 Kilometer mit der Möglichkeit, bis zu 30 Kilometer zu verlänger. Unter den Cross-Skatern ist Sven nur vier Monaten, war aber mit erstklassigem Equipment in den Startblöcken.

Unmittelbar musste ich ihn abbremsen, denn seine Erfahrungen reichten nur bis 22 Kilometer, heiliger Lauf, als der Junge anfing. Nach 48 min. waren die ersten 15 Kilometer zurückgelegt, dank der hohen Geschwindigkeit hatten wir einen starken und konstanten Wind, der die Temperaturen überraschend aushält. Eine nette und verkehrsberuhigte Rundfahrt durch die Hauptstraße brachte den Kopfschalter zum Durchziehen.

In der zweiten Halbzeit überließ ich ihm zwar das Tempi, das er sehr gut beherrschte, aber auch das disziplinierte Windschattenspiel zählte zu seinem Programm, ein durchaus sympathischer Ausbildungspartner. Es gab kaum Verkehr auf den Strassen, wir konnten alle Abzweigungen ohne Halt durchfahren. Glücklicherweise war meine Hitzeakklimatisierung bereits beendet, denn er musste nur noch ca. 90 min. bleiben.

Danach gab er mir ein sehr sportives Geschenk zum Abschied, als er nach 1:34 Uhr kurz vor Kilometer 30 losfuhr und die Fläschchen an meinem Futterplatz fing und mich erreichte, so dass ich ohne Pause weiterfahren konnte. Herzlichen Dank und Glückwunsch an den 19er-Schnitt! Nun allein musste ich mein eigenes Rhythmusgefühl entwickeln.

Mein Pulsschlag lag immer noch bei 140 Takten pro Sekunde, während ich zum zweiten Mal in die Runden startete. Jetzt hatte ich drei interessante Möglichkeiten: 11 Kilometer, 16 Kilometer, 20 Kilometer oder 30 Kilometer, also wiederhol die Runden genau. Sven hatte es mir erleichtert, mit frischem Getränk weiterzufahren.

Nachdem ich nach weiteren 8 km in ruhigem Takt geglaubt hatte, dass Rückwind aufkommen würde, zeigt der Tachometer 20 oder 21 km/h für Kilometer ohne Puls. Kein Anlass also, "unnötig" zu verlangsamen, es war ein zweiter Aufwind nach genau zwei Aufwärmstunden. Nach 2:11 Uhr habe ich die Marathon-Marke überschritten, alles ging wirklich wie am Schnürchen, bis jetzt ohne einen Zwischenstopp, was für mich viel besser war, denn wie viel würde ich ohne den Luftstrom auskommen?

In der zweiten Etappe war die Hauptspitze mit ihren idealen Wegen auch nicht uninteressant. Nach 2 Std. überquerte 50 Kilometer 33 mrt, der Cut nahm zu. Diese Geschwindigkeit konnte ich, sehr entspannt, noch über 60 Kilometer weiterdrehen, meine Drinks erreichten über 80 Kilometer.

Noch eine dritte Patrone? Ja, für einige Langstreckenfreaks beginnt die Langdistanz sowieso nur über 60 Kilometer, das sollte mir nichts ausmachen, denn ich hatte in der Vergangenheit nie Schwierigkeiten mit längeren Wettbewerben und Training. Nach 3:03 Uhr habe ich die zweite Etappe und Kilometer 60 beendet.

Unglücklicherweise habe ich die mittlere Zeit für 75km verpaßt, weil ich komplett ausgeschaltet war und mich etwas langsamer bewegte. Ich habe den Doppel-Marathon in 4:18 Std. bestanden, also den zweiten Marathon in 2:07 noch vorweg. Die dritte Etappe war auch nicht langweilend, bald hatte ich 100 Storche mitgerechnet.

Beinahe bis auf den Zähler hatte ich am Ende 90 Kilometer zusammen, also die exakte Wasa-Laufstrecke. Schon nach 4:35 Uhr, ohne einen Zwischenstopp, ging es mir sehr gut und ich überlegte mir auch, die 11 Kilometer lange Runde gleich anzulegen, um die inoffizielle 100 Kilometer Bestzeit auszuprobieren. Es sollte aber ein entspannter Ausklang des Tages sein, Ambitionen standen an diesem Tag nicht auf der Tagesordnung, also habe ich es dabei belassen.

Auch ich war mir nicht ganz klar, was die beste Zeit war, extrapoliert hätte ich 100 Kilometer in etwa 5:06 Uhr zurückgelegt. Ich sollte also in der Lage sein, weniger als 5 Std. zu fahren, von einigen talentierten Crossskatern vermutlich noch weniger als 4:40 Std. Gutes Zeitmanagement, gleichmäßige Geschwindigkeit und keine heißen Sporen in der Runde.

Die Akklimatisierung erfordert danach mehr Zeit und Kraft als der Stop selbst. Nochmals vielen Dank an Herrn Dr. J. Sven für die optimale Einfahrgeschwindigkeit!

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