Film yes

Movie ja

"Ja, ich habe vier Filme. Ja, ich bin es! erzählt von der Kraft der Musik und wie gut es ist, gemeinsam die Stimme zu erheben. Einen Film über die lange Heimreise. Einen Film über die Liebe von Kaspar Kasics.

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von Sally Potter, Joan Allen, Sam Neill.

Bald stellt sie fest, dass ihre Kulturunterschiede auf einmal wie Mauern zwischen ihnen zu liegen kommen und dass sie sich auf eine lange Zeit nicht wahrgenommene Suche nach ihrer eigenen Persönlichkeit und in ihr eigenes Innerstes machen muss. Nur wenn es fast zu spÃ?t ist, öffnet sie sich und findet ihr eigenes Dasein vor.

Das Gleichnis von Sally Potter ('Orlando','Stormy Times') über die Identitäten unserer Zeit ist eine Hymne an die Komplexität des Menschen. Hat das Dienstmädchen am Ende zu sagen: "Es gibt kein NEIN, es gibt nur JA", dann sind einige der schönsten Augenblicke für den Zuschauer zu Ende gekommen, die sein ganzes bisheriges Schaffen dauerhaft anreichern werden.

Ja | Kritiken | Film

Daraus erwächst eine große Leidenschaft, die den Hänger für eine poetisch-philosophische Bilderserie bildet. Die Sicht von außen mit der Überwachungskamera - Sally Potter nutzt sie in ihrem neuen Film Yes bewußt, um es vorwegzunehmen: Ja: Trotzdem traut sie sich, ihre Gestalten das Getümmel aus dem Hintergrund sozusagen aus dem Innern ihrer eigenen Seelen wiederzugeben.

Ähnlich wie in ihren - nur vier - bisherigen Kinofilmen, darunter die aussergewöhnliche Virginia Woolf-Adaption 0rlando (1992), zeigt Potter die Story aus der Sicht einer auffallend anwesenden, eigenständigen weiblichen Figur. Nur das Zusammentreffen mit dem Libanesen zieht die Dame aus ihr heraus, nur vordergründig gesehen, erfüllt das Dasein. Er setzt seine Messerkünste nun in der Gastronomie eines englischen Restaurant ein.

Sofort nach dem 1. Juli 2001 begann Sally Potter mit dem Skript des Stücks. Sally Potter entwirft eher das Abbild einer Gemeinschaft durch die Auseinandersetzung der Protagonistinnen mit den Nebencharakteren, deren Angehörige so sehr danach trachten, den ihnen gegebenen Vorstellungen zu folgen, dass sie nicht mehr zu Toleranzen und Lieben, ja sogar zum Leben imstande sind.

Sie ist neidisch auf die Laufbahn der Frauen, hat das Gefühl einer alleinerziehenden Mütter ohne einen Spitzenjob in ihrem Lebensplan, der sich von dem des arrivierten, wohlverdienten Wissenschaftlers vollkommen abhebt. Die Menschen, mit denen die Libanesen in der Kueche arbeiten, repräsentieren verschiedene Lebensauffassungen ohne und mit Gott.

Allerdings läßt Sally Potters kleine Figuren nicht zu Vorurteilen werden. Auf diese Weise ersetzen die Küchenmänner den Chor der Griechentragödien. Ja erinnerte nicht nur an die Tragödie Griechenlands, sondern auch an Shakespeares Meisterstücke, unter anderem deshalb, weil Potters Hauptdarsteller vor allem in jambianischen Blankoversen reden, der von Ben Johnson, Christopher Marlowe, aber vor allem von William Shakespeare verfeinerten Standard-Form des englischen Dramas im XVI. und XXI.

Potter erzeugt so nicht nur eine bestimmte Entfernung zwischen Ereignissen und Zuschauern, die beinahe im Brechtschen Sinn verhindert, dass das Publikum von der Love Story eingeschläfert wird, sondern beansprucht zu Recht auch eine bestimmte zeitlose Erzählweise. Der Film versteht es jedoch auf meisterhafte Weise, das eigene und das politische Zusammenleben zu vereinen, unterschiedliche Weltanschauungen darzustellen, ohne sie zu verdammen.

Die britische Künstlerin kreiert durch das Schauspiel ihrer genialen Darsteller ohne Ausnahme, die passenden und dichterischen Bilder des Kameramanns Alexei Rodionov und Totters poetisch-philosophische Gespräche einen einmaligen, vielschichtigen, fesselnden Zeitkommentar, der sich ausgiebig für das lebensbejahende, oft nicht geistig durchdringbare und emotionale "Ja" zu ihm einspricht.

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